Fetale Alkohol Spektrum Störung
(englisch: Fetal Alcohol Spectrum Disorder- FASD)
FASD wurde, obwohl sicherlich so alt wie der Alkoholkonsum selbst, als Entwicklungsstörung infolge von Alkoholkonsum während der Schwangerschaft erstmals 1968 durch Paul Lemoine in Frankreich beschrieben, 1973 erneut in den USA durch Kenneth Lyons Jones und David W. Smith. Die diagnostischen Kriterien sind seitdem im Wesentlichen unverändert das Auftreten einer Mehrzahl von typischen körperlichen, kognitiven und sozialen Entwicklungsstörungen.
Wird ein Embryo oder Fötus Alkohol und Alkoholabbauprodukten ausgesetzt, kann seine Entwicklung gehemmt werden. In Abhängigkeit von Reifestadium, Alkoholmenge und individueller Disposition können irreversible körperliche Schäden auftreten und die späteren kognitiven, geistigen und sozialen Fähigkeiten des Ungeborenen beeinträchtigt werden.
Die bei unserem Löwenjungen aufgezeigten Beeinträchtigungen sind nur ein Beispiel der komplexen gesundheitlichen Lage, in das ein Säugling mit FASD hineingeboren werden kann.
Von auffälligen Gesichtsmerkmalen, Wachstumsverzögerung bis hin zu Fehlbildungen der inneren Organe sind die Merkmale bei FASD breit gefächert und immer wieder unterschiedlich ausgeprägt, sodass kein generelles Bild eines FASD- Betroffenen dargestellt werden kann.
Bei Beeinträchtigungen im kognitiven und exekutiven Bereich spricht man von einer hirnorganischen Schädigung.
Wir können die Betroffenen nur fördern und sie auf ihrem Weg begleiten, so gut wir es können. Viele von ihnen sind ein Leben lang auf unsere Unterstützung angewiesen.
Daher ein klares NEIN zum Alkohol während der gesamten Schwangerschaft. FASD ist zu 100 % vermeidbar, aber nicht heilbar!
Der Mythos des alkoholfreien Biers
In Deutschland darf alkoholfreies Bier bis zu 0,5 % Alkohol enthalten. Dies entspricht etwa vier Gramm Alkohol pro Liter und gilt als tolerierbar. Produkte mit dieser Obergrenze dürfen als „alkoholfrei“ bezeichnet werden. In Deutschland muss Alkohol in Getränken erst ab einem Gehalt von 1,2 % deklariert werden.
Alkoholabbau beim Fötus
Während der Schwangerschaft ist der Alkoholpegel des Fötus etwa zehn Mal höher als der Alkoholpegel der Mutter, da Alkohol ungehindert die Plazentaschranke passiert. In der unreifen Leber des Fötus ist der Alkoholenzymabbau nicht oder nur in geringem Umfang möglich, was zu der verzögerten Abbauphase führt.
Die Entwicklung eines Kindes mit FASD
(Beispiel)
Tatsächliches Alter 18
Sprache wie ein 20- jähriger
Lesen wie ein 16- jähriger
Fähigkeiten für das tägliche Leben wie ein 11- jähriger
Zeit / Geld / Mathe wie ein 8- jähriger
Soziale Fähigkeiten wie ein 7- jähriger
Verständnis / seelische Reife wie ein 6- jähriger
Weiterführende Informationen und Hilfe im Internet
Ein kleiner Auszug aus der Vielfältigkeit des Internets
Bundesverband FASD
https://www.bundesverband-fasd.de
FASD Fachzentrum Hamburg e.V.
https://fasd-fachzentrum.hamburg/fasd-elternnetz/
Alkohol in der Schwangerschaft - FASD-Netzwerk Nordbayern e.V.
https://fasd-netz.de
FAS Beratungsstelle
https://www.fas-beratungsstelle.de
FASD Deutschland e.V. - Informationsportal für Betroffene und Angehörige
https://www.fasd-deutschland.de